Tarifvertrag textil- und bekleidungsindustrie bayern

Die Erneuerung des Tarifvertrags auf nationaler Ebene im Textil- und Ledersektor gilt nicht nur für die Textil- und Bekleidungsindustrie, sondern auch für die Schuh-, Felle und Leder-, Brillen-, Spielzeug-, Stifte- und Bürstenindustrie. Der Anfang Juli 2008 ausgearbeitete Vertragsentwurf wurde den Arbeitnehmern in einem Referendum zur Genehmigung vorgelegt, bei dem 98 % der Wähler – etwa 500.000 Arbeitnehmer – für das Abkommen stimmten. Im Juli 2008 unterzeichneten die Sozialpartner, die die fast 800.000 Beschäftigten im Textil- und Ledersektor vertreten, ein Dokument zur Erneuerung des nationalen Tarifvertrags. Die Verhandlungen fanden in einem relativ kooperativen Klima statt, obwohl einige Meinungsverschiedenheiten zu Fragen der Lohnerhöhungen, aber auch der Urlaubfürstunden für Gastarbeiter, der Überstunden und der Einführung einer territorialen Ebene von Tarifverhandlungen auftraten. Im Mittelpunkt des Abkommens stehen mehrere Garantien für Arbeitnehmer in der Branche. Das Abkommen wurde vom National Bargaining Council for the Clothing Manufacturing Industry in South Africa ausgearbeitet. Und die Unterzeichner des Abkommens über die Bekleidungsindustrie sind die Southern African Clothing & Textile Workers` Union, die Apparel & Textile Association of South Africa und die South African Apparel Association. Ein zweiter Streitpunkt waren Überstunden. In diesem Zusammenhang betonten die Arbeitgebervertreter die Notwendigkeit einer breiten Flexibilität der Arbeitnehmer und forderten die Einführung von 40 obligatorischen Überstunden, um möglichen Nachfragespitzen gerecht zu werden. Die Gewerkschaften argumentierten stattdessen erfolgreich, dass Überstunden freiwillig bleiben sollten, da die Textilarbeiter bereits eine „spontane Bereitschaft der Textilarbeiter haben, zusätzliche Stunden zu leisten, um Produktionsspitzen zu bewältigen“, so die Vertreterin von Filtea-Cgil, Valeria Fideli. 51 Die jüngsten Untersuchungen zur Textil- und Bekleidungsindustrie der DDR erwähnen die Beziehungen der Zulieferer zu Westdeutschland nicht und zeigen einen wesentlich schnelleren Rückgang der Branche als in der BRD. Heimann, Christian, Systembedingte Ursachen des Niedergangs der DDR-Wirtschaft: Der Beispiel der Textil- und Bekleidungsindustrie 1949–1989 (Frankfurt, 1999).

Die Frage der Überstunden wurde gelöst, indem festgestellt wurde, dass Arbeitnehmer Überstunden bis zu einem Maximum von 96 Stunden wieder hereinholen können, indem sie im darauffolgenden Jahr eine Auszeit nehmen. Die Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene wurden nicht nur in Bezug auf die Arbeitszeiten, sondern auch in Bezug auf mögliche Vereinbarungen über Beschäftigungspolitik, Wettbewerbsfähigkeit und Ausbildung verstärkt.